“Konzept? Das kann eine raffinierte Auseinandersetzung mit vorhandenen Stilen bedeuten, wie bei der Combo Skorupa 5, die weniger auf energetischen Extremismus setzte. Beim Projekt Sonic Feast forciert Komponist, Saxofonist und Klarinettist Leonhard Skorupa exakt Komponiertes, das zwar Freiräume gewährt, die jedoch nur ein Element innerhalb der vielfältigen Stücke sind. Ein malerisches Motiv kann wolkige Atmosphären auslösen, die in Zuspitzung münden. Dann verstrickt Skorupa seine Bassklarinette mit jener von Silke Eberhard in kontrapunktische Dialoge. Mal hüpft eine lustige Melodie vorbei, mal hört man ein Motiv aus Gershwins Summertime. In den episodenhaften Formen waltet eine Art Mehrschichterfahren: Entschleunigte melodische Strukturen werden mit unruhigen, dynamisch brodelnden unterlegt. Ein gelungener Versuch, aus der Zwangsjacke der Jazzgeschichte auszubrechen.
— Ljubiša Tošić, derstandard